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Lucanus cervus (Linnaeus, 1758) / Hirschkäfer (Hessen)

Rechtlicher Schutz und Rote Liste


Artenschutzrechtlicher Schutzstatus:BG (besonders geschützt)
FFH:FFH-II (Anhang II - Art der FFH-Richtlinie (1992))
Rote Liste Deutschland:2 (stark gefährdet)
Rote Liste Hessen:3 (gefährdet)

Bildautor: Jörg Gebert © 2008

Allgemeine Arteninformationen


Kennzeichen

Mit bis zu 8 cm Körperlänge der größte heimische Käfer. Der Hirschkäfer besitzt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Die Männchen unterscheiden sich im Aussehen stark von den Weibchen durch das Vorhandensein zweier geweihartig verlängerter Mandibeln. Je nach Ernährungssituation variiert die Körpergröße erheblich.

Biologie und Ökologie

Zur Eiablage begibt sich das Weibchen nach der erfolgten Befruchtung zielstrebig an in Erdreich eingebettetes Totholz verschiedener, in der Regel Laubholzarten, bevorzugt jedoch an Eiche, um dort die weißlichen etwa 2-2,2 mm großen rundlichen Eier abzulegen. Die Larvalentwicklung erfolgt in drei Stadien und dauert zwischen 3 und 8 Jahren (KLAUSNITZER & SPRECHER 2008). Bei uns sind es in der Regel 4 Jahre. Zur Verpuppung gehen die Tiere bis zu 0,75 m tief ins Erdreich in einer Entfernung vom besiedelten Stubben von bis zu einem Meter. Um fruchtbar zu werden benötigen die Imagines die Inhaltsstoffe von gärenden Baumsäften (Phloemsaft), die durch bestimmte Schlauchpilze (Askomyzeten) erzeugt werden. Die Saftstellen werden meist durch Blitzschlag, Frostrisse und Windabbrüche hervorgerufen. Zur Hauptaktivitätszeit in der letzten Juni-Dekade, warmes Wetter vorausgesetzt, schwärmen die Imagines in der Dämmerung und Nacht besonders um blutende Eichen. Dabei legen sie fliegend, wenngleich recht schwerfällig, in mehr oder weniger offenem Gelände ca. 400 m - 800 m sonst ca. 70 m zurück. Nach KLAUSNITZER & WURST (2005) werden sogar bis zu 5 km überwunden.

Überregionale Verbreitung

Europäische verbreitete Art ohne Vorkommen im höheren Norden (bis Südschweden) ostwärts über das Kaukasusgebiet, Kleinasien, den Nahen Osten, Balkan, Italien und Nordspanien. In Deutschland in fast allen Bundesländern vertreten. Die höchste Vorkommensdichte in westlichen Bundesländern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Erhaltungszustand


Erhaltungszustand

günstig