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Humulus scandens (Lour.) Merr. / Wildhopfen (Hessen)

Synonyme


Humulus scandens var. variegatus (Siebold & Zucc.) Moldenke, Humulus japonicus Siebold & Zucc., Japanischer Hopfen

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Cannabaceae

Kennzeichen

Blätter handförmig mit 5 – 9 Lappen, gezähnt, kurz weichhaarig. Hochblätter eiförmig 7 – 10 mm, Ränder dicht behaart. Stiel sechseckig, nach unten weisende scharfe Stacheln, an der Basis der Blattstiele Hochblätter, windet sich im Uhrzeigersinn. Zweihäusig, männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen. Männliche Blüten sehr klein, grünlich gelb, in verzweigten Rispen; weibliche Blüten hellgrün, prall, hängend, kegelförmig mit überlappenden Schuppen, die zu „Hopfen“ werden; Hopfenschuppen und Samen sind mit gelben Drüsen bedeckt. Fruchtstände hängend, grün, zapfenartig, eiförmig bis länglich, (1-) 1,5 – 3 (-4) cm. Frucht ist eine gelbbraune eiförmige Achäne. Die kleinen Samen werden durch Wind und Wasser verteilt.

Der einheimische Gemeine Hopfen (Humulus lupulus) ähnelt dem Wildhopfen, ist jedoch in der Regel dreilappig oder ungelappt.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Die einjährige windende Pflanze wächst gut, wenn reichlich Sonnenlicht, Feuchtigkeit und nährstoffreicher Boden vorhanden sind. Sie kommt natürlich und am häufigsten an Flussufern und in Auen vor und kann in einer Vegetationsperiode bis zu 10 Meter wachsen. Blüten sind hauptsächlich windbestäubt, werden aber häufig von Honigbienen besucht. Die Art kann sich gut an neue Umgebungen anpassen.

Ausbreitungspfad

H. scandens wurde um 1880 als Zierpflanze nach Europa (Paris) eingeführt. Samen werden von Tieren und Menschen, Maschinen und Hochwasser verbreitet. Die ersten etablierten Populationen wurden im Jahr 2004 in Frankreich entdeckt, wo sie sich entlang von Flüssen weiter ausbreiten. Die Pflanze ist überwiegend als Samen im Handel erhältlich und wird dort als Kletterpflanze für den Garten empfohlen.

Auswirkungen Invasivität

Auf einem Hektar können Tausende von Hopfenpflanzen wachsen, einen Großteil der lokalen Vegetation bedecken und tiefe Matten bilden, die die Trägerpflanzen stark beschatten und mehrere Jahre verbleiben. Die Art hat so einen negativen Einfluss auf einheimische Pflanzengemeinschaften insbesondere der Ufer und Auen und dezimiert dort die biologische Vielfalt. Viele Menschen reagieren auf die Pollen von H. scandens allergisch.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: gemäßigtes Asien (China, Japan, Korea, Taiwan und Russland)
  • Verbreitung in Deutschland: kein Nachweis
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2019/1262 vom 25. Juli 2019
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Sonstiges


Literatur