Art suchen:
Bundesland auswählen:

Lithobates catesbeianus (Shaw, 1802) / Amerikanischer Ochsenfrosch (Hessen)

Synonyme


Rana catesbeiana Shaw, 1802, Rana mugiens Merrem, 1820, Rana scapularis Harlan, 1826

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

  • Unterstamm: Wirbeltiere Vertebrata
  • Klasse: Amphibien Amphibia
  • Ordnung: Froschlurche Anura
  • Familie: Echte Frösche Ranidae

Kennzeichen

Einer der größten Froscharten weltweit. Kopf-Rumpf-Länge bis zu 15 cm (20 cm). Rückenfarbe variiert zwischen oliv-grün, grau und bräunlich, oft mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Kopf häufig hellgrün, Kehle cremefarben, bei männlichen Tieren gelblich, Bauchseite weißlich mit verwaschen grauer Fleckung oder Marmorierung, Beine meist gebändert. Auf dem Rücken kleine Warzen. Großes Trommelfell, beim Weibchen erreicht es fast Augendurchmesser, beim Männchen noch größer. Kräftige Schwimmhäute zwischen den Zehen. Ruf der Männchen ähnelt Ochsengebrüll.

Verwechslungsmöglichkeiten: Von den deutlich kleineren einheimischen Wasserfröschen z. B. Teichfrosch (Pelophylax esculentus) durch das sehr große Trommelfell, durch die fehlenden Rückendrüsenleisten und durch die beim Männchen fehlenden seitlichen Schallblasen gut zu unterscheiden. Larven können leicht mit den ebenfalls sehr großen Larven der einheimischen Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) verwechselt werden. .

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Aquatisch (Süßwasser)

Der Ochsenfrosch lebt in vegetationsreichen nicht zu tiefen Still- und kleineren Fließgewässern mit hoher Sonneneinstrahlung und Deckung, sowie Sümpfen und Auwäldern. Temporäre Gewässer sind nicht ausreichend, da die Kaulquappen 12 bis 48 Monate für die Metamorphose benötigen. Er vermehrt sich nur in sehr warmem Wasser. Die Sommertemperaturen müssen 25 Grad Celsius überschreiten. Seine Kaulquappen weiden meist auf Wasserpflanzen oder fressen Schwebstoffe, organische Ablagerungen, Algen, Pflanzengewebe und kleine wirbellose Wassertiere. Nach der Metamorphose sind Ochsenfrösche fleischfressend und fressen alle Wirbeltiere oder Wirbellose, die gefangen und geschluckt werden können, einschließlich Kaulquappen und Jungtiere ihrer eigenen Art.

Ausbreitungspfad

Der Amerikanische Ochsenfrosch wurde in erster Linie wegen seiner großen und fleischigen Hinterbeine als Delikatesse rund um die Welt transportiert. Er ist auch von kommerziellem Interesse für Fischköderlieferanten, Heimtierhandel und Teichgestalter. Er wurde auch nach Europa importiert, hier gezüchtet und wiederholt freigesetzt bzw. ist aus Haltungen entkommen.

Auswirkungen Invasivität

In der Natur ist der Ochsenfrosch außerordentlich produktiv und anpassungsfähig. Es wächst zu einem relativ großen und gefräßigen Tier heran, das die Ränder von Seen und Teichen dominieren kann. Er konkurriert mit einheimischen Fröschen. Seine Larven können erhebliche Auswirkungen auf Algen haben und die Struktur der Wassergemeinschaft stören. Er trägt auch zur Ausbreitung von Krankheitserregern wie dem Chytridenpilz Batrachochytrium dendrobatidis bei, der für Amphibien tödlich sein kann. Er wurde von der IUCN als eine der 100 invasivsten Arten der Welt identifiziert.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Östliches Nordamerika
  • Verbreitung in Deutschland: neben Einzelfunden in Westdeutschland in Baden-Württemberg etabliert
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für gebietsfremde Wirbeltiere (BfN-Skripten 409)

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/66618