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Hydrocotyle ranunculoides L. f. / Hahnenfuß-Wassernabel (Hessen)

Synonyme


Hydrocotyle adoënsis Hochst. 1841, Hydrocotyle americana Walt. 1788, Hydrocotyle batrachioides DC 1830, Hydrocotyle cymbalarifolia Muhl. 1813, Hydrocotyle natans Cirillo 1788, Hydrocotyle nutans G. 1830, Hydrocotyle ranunculoides f. minima Kuntze 1898, Hydrocotyle ranunculoides var. genuina Urban 1879, Hydrocotyle ranunculoides var. natans (Cirillo) Urban 1879, Großer Wassernabel, Hahnenfuß-Wassernabel, Amerikanischer Wassernabel

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Araliaceae

Kennzeichen

Eine ausdauernde und Ausläufer bildende unbehaarte Pflanze, die eine Höhe von 20-35 cm erreicht. Ihre Blätter schwimmen oder ragen über die Wasseroberfläche hinaus, sie sind 2-6 cm breit, nierenförmig, 3-7 lappig, unregelmäßig gekerbt und mindestens ein Einschnitt reicht bis etwa zur Hälfte des Blattes. Die vom Blattrand ausgehenden Blattstiele sind 5-35 cm lang und 2-3 mm breit. Die Dolde entspringt am Blattgrund und besteht aus 2-10 weißen Einzelblüten mit jeweils 5 Kronenblätter. Die Pflanze hat zahlreiche faserige, kräftige Wurzeln an allen Knoten der Stängel.

Verwechslungsmöglichkeiten: Verwechslungsgefahr mit dem einheimischen Gewöhnlichen Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) möglich. Dessen Blätter sind jedoch schildförmig, beinahe kreisrund, 1 mm breiter Blattstiel geht etwa von der Blattmitte aus.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Aquatisch (Süßwasser)

H. ranunculoides ist eine mehrjährige, in Amerika beheimatete Wasserpflanze. Heute kommt sie in hochgelegenen tropischen Seen in Ostafrika und Südamerika sowie niedrig gelegenen Küstenregionen in der gemäßigten Zone der USA, Australien und Europa vor. Die Art ist oft Teil schwimmender Teppiche. Ansonsten ist sie Generalist, was Fließgeschwindigkeit, Wassertiefe, pH-Wert, gelösten Sauerstoff oder Nährstoffe angeht. Eine optimale Photosynthese findet bei Temperaturen zwischen 25 und 35 °C und viel Licht statt. Wie viele „Wasserunkräuter“ besitzt H. ranunculoides eine Reihe von Merkmalen, die zu seiner Invasivität beitragen: hohe Wachstumsraten, Anpassungsfähigkeit an die vorherrschenden Nährstoffbedingungen, sehr effektive vegetative Vermehrung, Plastizität der Wachstumsreaktion, Überwinterung zur Vermeidung von Stress durch niedrige Temperaturen.

Ausbreitungspfad

Als Zierpflanze im Gartenbau und Tierhandel (Aquaristik) verfügbar. Über Gartenabfälle und unsachgemäße „Entsorgung“ ins Freiland gelangt, wo sich die Art entlang von Fließgewässern ausbreiten kann. Die Art wurde in Europa erstmals in den 1990er Jahren im Südosten des Vereinigten Königreichs als eingebürgert registriert. Die Einbürgerung in den Niederlanden und in Belgien wurde im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts verzeichnet. Von dort erfolgte die Ausbreitung nach Deutschland.

Auswirkungen Invasivität

Aufgrund seines schnellen Wachstums kann H. ranunculoides dichte, verwobene Schwimmmatten über langsam fließenden Gewässern bilden. Diese Matten beschränken das für untergetauchte Makrophyten verfügbare Licht, verringern den Sauerstoffgehalt und damit die Artenvielfalt eines Gewässers. Sie können auch das Risiko von Überflutungen erhöhen und Kanäle verstopfen.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Nordamerika
  • Verbreitung in Deutschland: teilweise etabliert (NRW)
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für gebietsfremde Gefäßpflanzen (BfN-Skripten 352)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • http://www.theplantlist.org
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/28068
  • https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaesspflanzen/hydrocotyle-ranunculoides.html