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Lysichiton americanus Hultén & H. St. John / Gelbe Scheinkalla (Hessen)

Synonyme


Gelbe Scheincalla, Amerikanische Lysichitum, Lysichitum americanum Hultén & H. St. John, Lysichiton camtschatcensis auct. non (L.) Schott, Amerikanischer Stinktierkohl, Amerikanischer Riesenaronstab

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Araceae

Kennzeichen

Eine ausdauernde Pflanze mit fleischigem Rhizom, welche 30-120 cm hoch wird. Ihre Blätter sind grundständig, oval, am Grunde gestutzt, kurz gestielt, 40-120 cm lang und 20-70 cm breit und sie entfalten sich erst nach der Blüte. Der Blütenstand ist ein grünlicher, fleischiger, 8-25 cm langer Kolben, der 150-350 gelblich-grüne Einzelblüten trägt. Die Blütenstände strömen einen an Moschus erinnernden Geruch aus. Der Kolben wird von einem leuchtend gelben, 8-45 cm langen Hochblatt umschlossen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Der einheimische Gefleckte Aronstab (Arum maculatum) hat einen ähnlichen Blütenstand, aber manchmal schwarz gefleckte Blätter, die nicht länger als 30 cm sind. Die gebietsfremde Weiße Scheincalla (Lysichiton camtschatcensis), die ebenfalls im Handel ist, hat weiße Hochblätter.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Terrestrisch

L. americanus hat eine relativ große ökologische Amplitude, solange der Lebensraum feucht ist. Die Pflanze wächst in schattigen Waldmooren, in Torfmooren, in besonnten Sümpfen und in flachen Bächen mit fließendem Wasser. Sie wächst am besten auf nährstoffreichen Böden, kann aber auch in Vergesellschaftung mit Sphagnum gefunden werden. Sie kann zeitweise untergetaucht sein. Stehendes und fließendes Wasser sowie sauerstoffarme und sauerstoffreiche Bedingungen werden akzeptiert. Die Pflanze vermehrt sich durch Samen. Die Samen keimen im folgenden Frühling oder haben eine Ruhephase, die 6 Jahre dauern kann. Junge Pflanzen brauchen 3 bis 6 Jahre, um zum ersten Mal zu blühen. Die Blüte erfolgt im Frühjahr (Ende März bis Mai). Die großen, leuchtend gelben Blüten ziehen hauptsächlich Fliegen an, da sie während der Blüte einen starken Geruch entwickeln. Die Blüten sitzen auf einem Stachel, der die Beeren beim Reifen trägt. In diesem Stadium beugt sich der Dorn über und liegt schließlich auf dem Boden.

Ausbreitungspfad

Als Zierpflanze im Gartenbau und durch Botanische Gärten nach Europa gebracht. Meist gezielt im Freiland angesalbt. Weitere Ausbreitung erfolgt durch Samen entlang von Fließgewässern und durch Tiere.

Auswirkungen Invasivität

Durch Dominanzbestände werden seltene Arten der Feuchtgebiete verdrängt.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Nordamerika
  • Verbreitung in Deutschland: teilweise etabliert
  • Verbreitung in Hessen: etabliert

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für gebietsfremde Gefäßpflanzen (BfN-Skripten 352)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Erläuterung Phänologie

Gelblich-grüne Blüten von März bis Mai