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Perccottus glenii Dybowski, 1877 / Amurgrundel (Hessen)

Synonyme


Eleotris dybowskii Herzenstein & Warpachowski, 1888, Eleotris pleskei Warpachowski, 1888, Perccottus glehni Dybowski, 1877, Percottus glehni Dybowski, 1877, Percottus pleskei (Warpachowski, 1888), Amur Schläfergrundel, Chinesischer Schläfergrundel

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

  • Unterstamm: Wirbeltiere Vertebrata
  • Klasse: Echte Knochenfische Teleostei
  • Ordnung: Barschverwandte Perciformes
  • Familie: Zahn-Schläfergrundeln Odontobutidae

Kennzeichen

Das Tier wird bis zu 20 cm lang, mit einem Maximalwert von bis zu 25 cm. Der Körper ist barschähnlich und hochrückig. Es besitzt ein verhältnismäßig großes Maul und die Bauchflossen sind getrennt. Die Körperfärbung ist ziemlich dunkel und variiert von grün-oliv bis bräunlich-grau oder dunkelgrün, dies ist abhängig vom Wasserkörper und Substrat. Es hat auf beiden Seiten des Körpers dunkle, unregelmäßige Tupfen und Flecken mit zahlreichen kleinen hellgelben bis blau-grünen Flächen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Verwechslungsgefahr mit der einheimischen Groppe (Cottus gobio) möglich, die ebenfalls getrennte Bauchflossen hat. Im Gegensatz zur Amurgrundel hat die Groppe jedoch keine Schuppen.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Besiedelt werden dicht bewachsene und seichte Uferzonen von Seen und langsam fließende Flüsse, Altarme und verlandende Gewässer. Die Art ernährt sich von tierischer Kost inklusive Jungfische. Mit 1 – 3 Jahren geschlechtsreif. Laichen in mehreren Schüben zwischen Mai und Juli bei 15 - 20 °C. Die Eier werden nahe der Wasseroberfläche an die Unterseite von Pflanzen geheftet. Die Milchner bewachen Gelege und geschlüpfte Larven. Die Larven sind pelagisch. Neben der Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel und Temperaturschwankungen kann die Art auch, im Schlamm eingegraben, Frost und Trockenphasen überdauern.

Ausbreitungspfad

Zur Aquarienhaltung 1912 nach Sankt Petersburg eingeführt und in Fischteiche ausgesetzt. Weitere Einfuhren erfolgten irrtümlich, mit dem Besatz von Gras- und Silberkarpfen, oder gezielt zur Moskitobekämpfung. Eine Etablierung aufgrund der fortschreitenden Erwärmung von Gewässerökosystemen ist mittelfristig denkbar und kann zur Ausbreitung der Art und Verschärfung der Problematik führen.

Auswirkungen Invasivität

Jagddruck auf Wirbellose, Amphibien- und Fischlarven.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: pazifisches Einzugsgebiet Ost-Asiens, vom Tugur bis Nord-Korea
  • Verbreitung in Deutschland: nur in Bayern nachgewiesen
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)
  • Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für gebietsfremde Wirbeltiere (BfN-Skripten 409)

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • https://neobiota.bfn.de/handbuch/fische/perccottus-glenii.html