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Herpestes javanicus (É. Geoffroy, 1818) / Kleiner Mungo (Hessen)

Synonyme


Herpestes palustris (Ghose, 1965), Mangusta auropunctata (Hodgson, 1836), Urva auropunctata (Hodgson, 1836), Herpestes auropunctatus (Hodgson, 1836)

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

  • Unterstamm: Wirbeltiere Vertebrata
  • Klasse: Säugetiere Mammalia
  • Ordnung: Raubtiere Carnivora
  • Unterordnung: Katzenartige Raubtiere Feliformia
  • Familie: Mangusten Herpestidae

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Kleine Mungo Herpestes auropunctatus als Synonym für den javanischen Mungo H. javanicus verwendet. Seitdem hat die genetische Analyse die ursprünglichen morphometrischen Studien bestätigt, die die beiden Arten trennten. Da die Individuen, aus denen eingeführte Populationen hervorgegangen sind, aus dem Verbreitungsgebiet von H. auropunctatus stammen, wird angenommen, dass die eingeführten Populationen alle von dieser Art sind. In der Durchführungsverordnung ist Herpestes javanicus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1818 genannt.

Kennzeichen

Das Tier hat einen langgestreckten, schlanken Körper mit kurzen Beinen, eine Kopf-Rumpf-Länge von 19-41 cm, eine Schwanzlänge von 10-32 cm. Es hat einen kleinen Kopf mit spitzer Schnauze und kleinen Ohren. Zudem einen muskulösen Schwanz, dieser verjüngt sich nach und nach über die gesamte Länge. An den Pfoten hat es je fünf Zehen mit einziehbaren Krallen. Die Haare sind weich, kurz und glatt anliegend, außer beim buschigen Schwanz. Das Fell ist olivbraun mit goldfarbener Pünktelung, nur an der Unterseite etwas heller. Der kleine Mungo ist tagaktiv und ernährt sich u.a. von Früchten und kleinen Wirbeltieren.

Verwechslungsmöglichkeiten: Mit einheimischen Arten nicht zu verwechseln. Durch Fellstruktur, Färbung und geringere Größe jeweils von allen anderen ähnlichen Arten der Gattung gut zu unterscheiden.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Terrestrisch

H. auropunctatus zieht in seinem heimischen Verbreitungsgebiet Grasland und dichte Wälder vor. Mungos sind auch in der Umgebung menschlicher Behausungen anzutreffen. Sie benötigen ein warmes Klima, was ein begrenzender Faktor für ihre Ausbreitung sein kann. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien, Wirbellosen und Pflanzenteilen. Die Anteile variieren je nach Verfügbarkeit. Pro Weibchen ist von zwei Würfen mit je drei Jungen pro Jahr auszugehen. Die Jungen werden mit etwa 5 Wochen entwöhnt und erreichen nach 10 Monaten die Geschlechtsreife.

Ausbreitungspfad

H. auropunctatus ist ein kleines, schlankes Raubtier, das in Gebieten vom Iran über Indien bis nach Myanmar (Birma) heimisch ist. Es wurde auf vielen Inseln sowie an einigen Orten auf dem Festland eingeführt, um Ratten zu bekämpfen, insbesondere auf Zuckerrohrfeldern. In einigen Gebieten wurde es eingeführt, um giftige Schlangen zu bekämpfen. Es gab auch unbeabsichtigte Einfuhren durch Schifffahrt. Es besteht die Befürchtung, dass sich die Art von Kroatien aus in Südosteuropa weiter ausbreitet. Der Klimawandel könnte eine weitere Ausbreitung ermöglichen.

Auswirkungen Invasivität

Einheimische Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und wirbellose Tiere sind für den Mungo eine leichte Beute. Er ist so für das Aussterben von mindestens drei Arten verantwortlich. Er verbreitet zudem Tollwut. Hinzu kommen Schäden im Gemüseanbau und durch Eindringen in Hühnerställe.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Temperates/Tropisches Asien
  • Verbreitung in Deutschland: kein Nachweis
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/80508