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Corvus splendens Vieillot, 1817 / Glanzkrähe (Hessen)

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

  • Unterstamm: Wirbeltiere Vertebrata
  • Klasse: Vögel Aves
  • Ordnung: Sperlingsvögel Passeriformes
  • Unterordnung: Singvögel Passeri
  • Familie: Rabenvögel Corvidae

Es gibt vier anerkannte Unterarten, die sich durch den Grauton von Nacken und Brust unterscheiden und eine unterschiedliche geografische Verteilung aufweisen.

Kennzeichen

Der Vogel hat eine relativ schlanke Körpergestalt mit einer Körperlänge von bis zu 42 cm. Die Weibchen deutlich kleiner. Die Flügelspannweite beim Männchen beträgt bis zu 80 cm. Der Schnabel ist dunkel schiefergrau, leicht gewölbt, relativ kräftig und hoch und zudem wird er etwa zur Hälfte von schwarzen Nasalborsten bedeckt. Das Gefieder von der Stirn, die Wangen und die Kehle sowie Flügel, Rücken und Schwanz sind tiefschwarz gefärbt, grünlich, bläulich oder purpurn glänzend. Gefieder von den äußeren Ohrendecken, Nacken-, Brust- und Bauchgefieder grau gefärbt. Der Vogel ernährt sich u.a. von Eiern und Jungvögeln, anderen kleinen Wirbeltieren und Wirbellosen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Der graue Rumpf und die schwarze Kopf- und Kehlzeichnung sind zusammen mit dem hohen kräftigen Schnabel eindeutige Identifikationsmerkmale gegenüber allen einheimischen und anderen gebietsfremden Rabenvögeln (Corvidae).

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Terrestrisch

Wie alle Rabenvögel ist die Glanzkrähe Generalist, Allesfresser und Opportunist. Sie ist ein Begleiter des Menschen und lebt niemals weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sie bewegt sich jedoch in das umliegende Ackerland und entlang von Küsten, Flussmündungen und großen Flüssen, um dort Nahrung zu suchen. Sie nistet hauptsächlich in großen Bäumen in der Nähe menschlicher Behausungen. In einem Baum können sich mehrere Nester befinden. Die Brutzeit variiert etwas innerhalb des Verbreitungsgebiets, konzentriert auf die Zeit von März bis Juli. Vier bis fünf hellblau-grüne, braun gesprenkelte Eier werden in ein typisches Rabennest aus Zweigen gelegt, das mit feinem auch künstlichem Material ausgekleidet ist. Die Glanzkrähe ernährt sich hauptsächlich von menschlichem Abfall, kleinen Reptilien, Insekten und anderen Wirbellosen, Eiern, Nestlingen, Getreide und Früchten. Ihre Nahrung sucht sie meistens am Boden. Die Art gilt als Nesträuber.

Ausbreitungspfad

Die Fähigkeit der Glanzkrähe sich an Bord von Schiffen über große Entfernungen auszubreiten ist unter den Rabenvögeln einzigartig. Sie hat so Brutpopulationen in zahlreichen Ländern außerhalb ihres heimischen Verbreitungsgebiets gründen können. Einmal etabliert hat sie sich in städtischen Gebieten stark vermehrt und sich dann auf andere menschliche Siedlungen ausgebreitet.

Auswirkungen Invasivität

Ihren Schädlingsstatus hat die Glanzkrähe durch die Beeinträchtigung einheimischer Vögel und Nutztiere, durch Lebensmittel- und Ernte-„diebstahl“, durch Lärmbelästigung und Defäkation erlangt und gilt als möglicher Krankheitsüberträger. C. splendens steht auf der Alarmliste der invasiven Arten der IUCN.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Temperates/Tropisches Asien
  • Verbreitung in Deutschland: kein Nachweis
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)
  • Warnliste invasiver Tiere und Pflanzen (BfN-Skripten 331)

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/15463