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Ludwigia grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet / Großblütiges Heusenkraut (Hessen)

Synonyme


Ludwigia uruguayensis (Cambess.) H. Hara, Jussiaea grandiflora Michx., Jussiaea michauxiana Fernald, Jussiaea uruguayensis Cambess., Ludwigia hexapetala (Hook. & Arn.) Zardini, Gu & Raven, Jussiaea repens var. grandiflora (Michx.) Micheli, Ludwigia uruguayensis var. major (Hassler) Munz, Ludwigia grandiflora ssp. grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Onagraceae

Kennzeichen

Eine ausdauernde, Ausläufer bildende Pflanze, die eine Höhe von 20-300 cm erreicht. Ihre Schwimmblätter sind wechselständig, spatel- bis rautenförmig mit gut sichtbaren Blattrippen. Über der Wasseroberfläche ausgebildete Blätter sind wechselständig, die oberen Blätter sind hellgrün, lanzettlich bis länglich, stark behaart und 8,5-12,5 cm lang mit einem spitzen Blattende. Die Pflanze hat viele Schwimmwurzeln. Ihre gelben Blüten haben einen Durchmesser von 4-6 cm.

Verwechslungsmöglichkeiten: Verwechslungsgefahr mit dem einheimischen Sumpf-Heusenkraut (Ludwigia palustris). Dieses hat in den Blattachseln unscheinbare Blüten ohne Kronenblätter, nur mit Kelchblättern. Beim gebietsfremden Flutenden Heusenkraut (L. peploides) beträgt der Blütendurchmesser nur 2 – 3 cm, die Blätter sind unbehaart oder nur spärlich beharrt. Das gebietsfremde Kents Heusenkraut (L. kentiana) weist 4 winzige cremefarbene Kronenblätter auf.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Aquatisch (Süßwasser)

L. grandiflora ist eine produktive ausdauernde Staude. Sie wächst in Feuchtgebieten und Sümpfen, langsam fließenden Flüssen und Bächen, an Seeufern, in flachen Kanälen und in Auen. Die Pflanze weist aufgrund ihrer phänotypischen Plastizität ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Flexibilität in ihren Habitatanforderungen auf. Sie soll sehr tolerant gegenüber schwankenden Wasserständen sein. Die meisten Populationen blühen, aber die sexuelle Fortpflanzung ist wahrscheinlich von geringerer Bedeutung als die vegetative Fortpflanzung. Stängelfragmente werden von Tieren, Menschen und Wasserströmungen verbreitet. Eine potenziell sehr hohe Samenproduktion spricht dafür, dass die sexuelle Fortpflanzung ein wichtiges Mittel zum Überleben und zur Verbreitung sein kann.

Ausbreitungspfad

Ansiedlung und Weiterverbreitung insbesondere durch gezieltes Einbringen oder illegale Entsorgung von Aquarien- oder Teichpflanzen in die freie Natur. Die Art wurde 1830 in Frankreich eingeführt. Sie ist zu einer der schädlichsten invasiven Pflanzen in diesem Land geworden und hat sich weiter ausgebreitet.

Auswirkungen Invasivität

Bildet große Dominanzbestände in Feuchtgebieten und Flachwasserbereichen. Kann undurchdringliche Matten bilden und konkurrierende Pflanzenarten durch Abgabe sekundärer Pflanzenstoffe in die Umgebung schädigen (Allelopathie). L. grandiflora kann die einheimische Flora verdrängen, den Hochwasserschutz und die Entwässerungssysteme beeinträchtigen und die Wasserwege verstopfen.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Süd- und Mittelamerika
  • Verbreitung in Deutschland: in Süddeutschland stellenweise etabliert
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für gebietsfremde Gefäßpflanzen (BfN-Skripten 352)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • http://www.theplantlist.org
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/109148