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Gunnera tinctoria (Molina) Mirbel / Chilenischer Riesenrhabarber (Hessen)

Synonyme


Gunnera chilensis Lam, Gunnera tinctoria var. tinctoria, Chilenische Gunnera, Mammutblatt

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Gunneraceae

Kennzeichen

Eine Riesenstaude mit bis zu 2 m Höhe und 3,5 m Breite. Ihre Blätter sind rundlich, hart, runzelig, bis 1,5 m breit und der Blattrand ist grob gesägt. Die bedornten Blattstiele sind bis 1,5 m lang. Kegelförmiger Blütenkolben, bis zu 1 m lang und 20 cm breit, mit bis zu 15 cm langen Seitenästen mit tausenden kleinen rotbraunen bis grünlichen  Blüten. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab. Nicht winterhart.

Verwechslungsmöglichkeiten: Anhand der Blüten von anderen Arten insbesondere auch aus der Gattung Gunnera relativ sicher zu unterscheiden.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Terrestrisch

In Irland ist die Art heute auf Küstenklippen, an Wasserwegen, Straßenrändern, auf feuchten Wiesen und in verlassenen Gärten und Feldern zu finden. Sie vermehrt sich sowohl über Samen als auch vegetativ aus Wurzelfragmenten, Rhizomen und sogar Blattstecklingen. Vögel und kleine Säugetiere tragen in hohem Maße zur Samenverbreitung bei. Hautflügler, insbesondere Bienen, sind wahrscheinlich die Hauptbestäuber. Eine einzelne Pflanze kann 250.000 Samen pro Jahr produzieren.

Ausbreitungspfad

G. tinctoria ist eine beliebte Zierpflanze, insbesondere für größere Gärten und Landschaftsgestaltung an Bächen und Teichen. Sie ist daher seit Einführung des Anbaus im 19. Jahrhundert im Gartenbau weit verbreitet. Sie kann versehentlich über Gartenabfälle oder kontaminierte Böden verbreitet werden. Samen werden auch über Vögel verbreitet. Die Art ist in vielen Ländern im Baumschulhandel erhältlich.

Auswirkungen Invasivität

Kann Massenbestände bilden mit starker Beschattung anderer Pflanzenarten. Verursacht Veränderungen von Vegetationsstrukturen.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Südamerika (beidseitig der Anden von Kolumbien bis Chile)
  • Verbreitung in Deutschland: kein Nachweis
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2017/1263 vom 12. Juli 2017
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Erläuterung Phänologie

Rotbraune bis grünliche Blüten von Juli bis August.

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • http://www.theplantlist.org
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/107826