Heracleum sosnowskyi Manden. / Sosnowskyi Bärenklau

Synonyme


Heracleum wilhelmsii auct. non Fisch. et Ave-Lall

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Samenpflanze Spermatophytina: Familie Apiaceae

Kennzeichen

Eine 100-300 cm hohe, zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Sie ist einstängelig, der Stängel ist gefurcht, spärlich behaart mit purpurnen Flecken und hohl. Ihre Blätter sind gezähnt, wechselständig und gestielt, die Blattspreite ist länger als breit. Zudem ist ihre Unterseite leicht behaart, dagegen ist die Oberseite kahl und die Blattränder haben kurze abgerundete Zähne. Die Pflanze hat einen doppeldoldigen Blütenstand. Weiße, manchmal violette Blüten von Juni bis August.

Verwechslungsmöglichkeiten: Verwechslungsgefahr möglich mit gebietsfremden Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) der oft noch größer ist, Stängel an der Basis bis zu 10 cm dick mit purpurnen Flecken, Blätter stark geteilt, an der Unterseite kurzbehaart.

Biologie und Ökologie

Lebensraum/Lebensweise

Terrestrisch

H. sosnowskyi kommt an Straßenrändern, auf Wiesen und Weiden, in Parks und verlassenen Obstgärten sowie in natürlichen Lebensräumen von Auen vor, wo sie große Bestände bildet. Sie tritt selten an Orten auf, an denen der pH-Wert unter 6,0 liegt. Die Böden sind meist reich an organischen Stoffen und Stickstoff. Eine durchschnittliche Pflanze kann etwa 9.000 Früchte hervorbringen. Die Mutterpflanze stirbt nach der Erzeugung von Samen.

Ausbreitungspfad

H. sosnowskyi wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der ehemaligen UdSSR für die Erzeugung von Biomasse und Silage angebaut. Ab den 1990er Jahren erschienen Berichte über Pflanzen, die nicht mehr kultiviert werden konnten und über Methoden zur Behandlung von H. sosnowskyi als „Unkraut“. Heute ist die Pflanze im baltischen Raum und in weiten Teilen des europäischen Russlands verbreitet. Auch in Deutschland wurde die Pflanze in den 1960er Jahren in Versuchen als potenzielle Futterpflanze angebaut.

Auswirkungen Invasivität

Größe, hohe Fruchtbarkeit, frühe Keimung und das kräftige Wachstum machen die Art zu einem sehr erfolgreichen Eindringling, der die lokale Flora verdrängt, Flussufererosion verursacht und für den Menschen giftig ist. Alle Pflanzenteile enthalten Furocumarin, das zu schweren allergischen Reaktionen führt.

Überregionale Verbreitung

  • Herkunft: Temperates Asien (Kaukasus)
  • Verbreitung in Deutschland: unsicher
  • Verbreitung in Hessen: kein Nachweis

Prüfung und Erfassung


Sonstige Arten-Attribute

  • Invasive gebietsfremde Art der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014
  • Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2016/1141 vom 13. Juli 2016
  • Art. 16 EU-VO frühe Phase der Invasion (melde- und beseitigungspflichtige Art)
  • Warnliste invasiver Tiere und Pflanzen (BfN-Skripten 331)

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm

Sonstiges


Literatur

  • Europäische Kommission (2014): Invasive gebietsfremde Arten. Was tut die Europäische Union? Brüssel.
  • Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W., Essl, F. (Hrsg. 2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352. Bonn.
  • Nehring, S., Skowronek, S. (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr.1143/2014 – Erste Fortschreibung 2017 – BfN-Skripten 471. Bonn.
  • Rabitsch, W., Heger, T., Jeschke, J., Saul, W.-S., Nehring, S. (2018): Analyse und Priorisierung der Pfade nicht vorsätzlicher Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Deutschland gemäß Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. BfN-Skripten 490. Bonn.
  • https://www.itis.gov
  • http://www.theplantlist.org
  • https://www.cabi.org/isc/datasheet/108958